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Happy Birthday BIKE

24.04.2019 - 13:57

Europas erstes Mountainbike-Magazin BIKE wird 30. Das muss gefeiert werden - auch beim BIKE Festival in Riva.

Samstagabend (4. Mai) nach der Open Night steigt im Yachthafen eine große Geburtstagsparty zu 30 Jahre BIKE. Passend zum Gründungsjahr werden Songs aus den 80er Jahren aufgelegt.

Die erste BIKE Ausgabe zu der bis dahin in Europa noch relativ unbekannten Trendsportart erschien am 5. Mai 1989. 30 Jahre und 331 Ausgaben später kommt am 2. Mai 2019 das Jubiläumsheft in den Handel. Die Redaktion blickt darin auf die Highlights aus drei Jahrzehnten Mountainbike-Historie zurück.

Einer, der die Anfänge des Mountainbikes in Deutschland aktiv mitgestaltet hat, ist Uli Stanciu. Er ist Erfinder des BIKE-Magazins und der BIKE Festivals und wurde 2015 sogar in die „Mountainbike Hall of Fame“ aufgenommen. Im Interview berichtet der heute 71-Jährige, warum das Mountainbike für ihn damals revolutionär war.

Wann und wo sind Sie mit dem Thema „Mountainbiken“ zum ersten Mal in Berührung gekommen? Das erste Mountainbike meines Lebens sah ich 1985 beim Windsurfing-Worldcup auf Sylt, wo ich als Chefredakteur der Zeitschrift SURF tätig war. Der Schweizer Surf-Weltmeister Karl Messmer hatte ein Mountainbike aus Amerika mitgebracht und war damit in Neoprenanzug und Hawaii-Schlappen von seiner Unterkunft an den Strand geradelt. Als Journalist war ich darauf gedrillt, Neues sofort zu erkennen – und das hier stach direkt als völlig neues Fahrradkonzept ins Auge: Die dicken Stollenreifen, der robuste Rahmen, der gerade Lenker, die drei Kettenblätter vorne, große Ritzel hinten. Klar, dass ich dieses neue Sportgerät sofort ausprobieren wollte.

Kann man sagen, dass Sie den Mountainbike-Sport durch Ihre Magazin-Idee in Europa beflügelt haben? Ja, absolut. Das Mountainbike kam zwar aus Kalifornien, aber das BIKE-Magazin war der Trendverstärker in Europa. Wir haben nicht nur die wichtigen Informationen – Test, Technik, Kaufberatung, Fahrtechnik und Revierberichte – also  den ganzen Verbraucherservice gebracht, sondern vor allem auch die Faszination transportiert.  Dazu kamen dann nach kurzer Zeit die Events, erst die Leser-Testwochen, dann die BIKE Festivals und schließlich die BIKE Transalp Challenge. Mit diesen Events wollte ich den Lesern nicht nur schön bedrucktes Papier im Magazin liefern, sondern auch echtes Erlebnis, das man nur bei uns bekam.

Mit welchen Themen haben Sie das bereits vorherrschende Informationsbedürfnis der aktiven Biker in Deutschland befriedigt? Die Menschen spürten damals, dass nicht Geld reich macht, sondern das Erlebnis. Und genau zu diesem Erlebnis wollte ich einen Anstoß liefern: Zeitschriften, die faszinierten, informierten und motivierten. Ich schickte für die Premieren-Ausgabe unseren Redakteur Uwe Geißler zu den Urvätern des Mountainbikes nach Amerika. Er sollte Gary Fisher, Joe Breeze und Greg Kelly in San Francisco besuchen und mit ihnen eine Story über die Anfänge des Mountainbikes produzieren. Der gleiche Redakteur sollte seinen Rückflug nach Europa über Japan buchen und eine Geschichte über den Komponentenriesen Shimano mitbringen. Darüber hinaus führten wir am Gardasee mit 29 Rädern den größten Bike-Test der Welt durch, stellten die schönsten Routen in Deutschland, Österreich und Südtirol vor, berichteten von den spannendsten Rennen der Saison und porträtierten aktuelle Top-Fahrer, wie den damaligen Weltmeister John Tomac aus Kalifornien.

Wie lauteten die ersten Reaktionen auf das BIKE-Magazin, konnten Sie Ihre gesteckten Ziele erreichen? Die erste Ausgabe war auf Anhieb ein Riesenerfolg. Das Heft war nicht nur gespickt mit wertvollen Informationen zu Test, Technik und Kaufberatung, sondern transportierte vor allem das Lebensgefühl dieser Zeit: Freiheit, Naturerlebnis, Gesundheit, Speed, Spaß. Und dann diese Fotos: Spektakulär, grandios, begeisternd. Es war, als würde das Fahrrad neu geboren. Die vier Ausgaben des BIKE-Magazins im Jahr 1989 verkauften sich sensationell gut. Hatte das erste Heft eine verkaufte Auflage von gut 36.000 Exemplaren, so legte die zweite auf 45.000 zu, die dritte auf 54.000 und die vierte erreichte sogar fast 70.000 verkaufte Exemplare. Ich war zwar von Anfang an von einem Erfolg überzeugt, aber so extrem hatte ich es mir nicht einmal in den kühnsten Träumen vorgestellt.

Cover: Die erste BIKE Ausgabe von 1989.

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